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5.3.1 Tourismusbedingte KüstenzerstörungDer Versuch von Werbetextern, das Bild eines tropischen Paradieses zu
erstellen, beinhaltet zwischen den Zeilen schon einmal drei Gründe für
die touristisch unterstützte Küstenzerstörung:
"Und so sehen Sri Lankas Strände aus: Wiegende Palmen säumen die
Küsten; Wasser so funkelnd wie die berühmten blauen Saphire; Buchten
und Korallengärten; kleine Eilande vor der Küste; menschenleere,
saubere golden-sandige Strände und eine Fülle von Strandidyllen;
schließlich versteckte Strandhotels, die zum Baden im warmen Wasser des
offenen Meeres einladen.
Sri Lankas Hotels sind erfinderisch in die Landschaft eingebettet, zur
offenen See orientiert. Jedes Hotel will seine günstige Lage an Küste,
Strand und Meer optimal ausschöpfen - und das mit Erfolg" (UTHOFF 1987, S.
409).
1. Das Bauen von Hotels in unmittelbarer Nähe zum Meer
♠ Die
küstennahe Bebauung, einhergehend mit den bereits beschriebenen
Flächenverlusten führte dazu, daß der Strandstreifen immer
schmaler wurde. Dies hat natürlich den Verlust von Attraktivität zur
Folge. In manchen Fällen stehen die Hotels sogar so nah am Meer, daß
schon bei mittlerem Hochwasser die Grundmauern umspült werden.
Eingeschränkte Nutzung, Gebäudeschäden und im schlimmsten Fall
Geschäftsaufgabe sind logische Konsequenzen. Die Erkennung dieser
Schäden führte zur Errichtung einer 40-60 Meter breiten Schutzzone, in
der keine Bebauung erlaubt ist. Allerdings ist diese Zone vor dem Hintergrund
der aktuellen Erosionsraten nicht ausreichend (vgl. UTHOFF 1987, S.
409f).
2. Saubere, golden-sandige Strände
♠ Wo
heute diese Traumstrände liegen, schützte ursprünglich
eine natürliche Vegetationsdecke den Küstensaum vor großen
Materialverlusten. Die natürliche Küstenvegetation läßt
sich landeinwärts grob in drei Zonen gliedern: Die nicht ständig dem
Wasser ausgesetzten Sandflächen wurden von salztoleranten Bodendeckern
besiedelt. Darauf folgend lag ein Streifen mit buschförmiger Vegetation,
deren tiefreichende Wurzeln einen sehr effizienten Küstenschutz
darstellten. Abschließend ging die Vegetation in einen Küstenwald
über. Im Zuge der touristischen Erschließung fiel sowohl der letzte
Küstenwald als auch -busch den anthropogenen Eingriffen zum Opfer, die
nötig waren um das Land touristenfreundlich zu gestalten (Hotelbauten,
Freizeitaktivitäten, freie Sicht und Zugang zum Strand) (vgl. UTHOFF 1987,
S. 410f).
3. Wiegende Palmen säumen die Küsten
♠ Zwar
assoziiert man mit den Stränden der südlichen Inseln in erster Linie
die berühmten Kokospalmen, doch sie sind nur ein kleiner, für den
Küstenschutz unbedeutender Bestandteil der natürlichen
Küstenvegetation. Bei steigender Nachfrage für Kokosprodukte wurde in
der Zeit der britischen Kolonisation das damals wertlose Küstenland als
Anbaugebiet für Kokospalmen entdeckt. Die Wurzeln der Palmen sind aber
nicht annähernd in der Lage, den Strand so gut zu festigen, wie es die
ursprünglichen Pflanzen vermochten. Dabei wurden weitaus größere
Vegetationsflächen zerstört als der Mitte der sechziger Jahren
beginnende Tourismus es tun sollte. Das so angepriesene idyllische Bild von
Palmenstränden leitet sich also aus einer zerstörerischen Art der
Küstennutzung ab und führt sie gewissermaßen in modifizierter
Form weiter (vgl. UTHOFF 1987, S. 411).
Eine Verstärkung der Flächenverluste verursachen die Eingriffe in
die Materialbilanz der Strände. Um den steigenden Wasserbedarf zu decken
ist es nötig Staubecken zu bauen. In diesen Becken lagern sich die
Sedimente ab. Die Transportleistung der Flüsse reduziert sich, und die
Versorgung der Strände mit Sand nimmt ab.
Der Anstieg der Bautätigkeit, der typisch für die für den
Tourismus entdeckten Destinationen ist, trägt ebenso zur Verschlechterung
der Materialbilanz bei. Da traditionelle Bauweisen, die nicht auf dem Verbrauch
von Sand basieren, in der Regel von der Betonbauweise verdrängt werden,
erhöht sich der Sandbedarf auf zweierlei Wegen. Der große Sandbedarf
wird durch direkte Sandentnahme aus den Flüssen gedeckt. 1984 wurden aus
den acht größten Flüssen 1,3 Mio. Kubikmeter Sand entnommen, an
der Küste wurden 44.000 Kubikmeter registriert, wobei die Dunkelziffer
durch nicht genehmigte Entnahmen nicht berücksichtigt ist (vgl. UTHOFF
1987, S. 413). Daß die Küstenerosion proportional mit der
Sandentnahme steigt, lassen Meßdaten vermuten und gilt als wahrscheinlich.
Ein quantitativer Beweis für diesen Zusammenhang ist derweil noch nicht
erbracht worden. (vgl. UTHOFF 1987, S. 414)
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