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Korallenriffe sind oft Hauptattraktionen von Inseln (vgl. BÜRSKENS
1990, S. 29). Sie zu schützen, ist demnach auch eine ökonomische
Notwendigkeit. Allerdings gibt es noch viele weitere Gründe, das
Ökosystem Riff zu schützen. Um die Bedeutung und Bedrohung der
Korallenriffe zu verstehen, ist es nötig ein wenig mehr über ihre
Entstehung, Struktur und Funktion zu wissen.
Die Schätzungen darüber, wann die ersten Korallenriffe auf der
Erde entstanden, gehen weit auseinander. Sie variieren zwischen 230 Millionen
und zwei Milliarden Jahren. Die große Diskrepanz könnte darin
begründet sein, welche Art von Riffen die jeweiligen Autoren ansprechen.
Die Art der heute vorherrschenden Riffe (scleractine Korallen als Baumeister)
existiert in der Tat erst seit 190 Millionen Jahren. Obwohl über die
Jahrmillionen die verschiedensten riffbildenden Organismen dominierten, blieben
die, für die Riffbildung erforderlichen Rahmenbedingungen immer die
gleichen: Das Wasser muß flach, klar und warm sein. Die optimale
Temperatur liegt bei 26-27°C. Da die Korallen
zur Kalkbildung einen hohen Bedarf an Licht haben, erfolgt die Riffbildung auch
nur in seichten, planktonarmen Gewässern, in der Regel bis maximal 50 Meter
Tiefe (vgl. KOCH u. BRÜMMER 1996).
Ebenfalls hinderlich ist ein zu hoher Anteil an Schwebstoffen, die erstens
die Lichtdurchflutung behindern und vor allem, zweitens die Polypen erstickt.
Die Salinität sollte zwischen 28 und 40 ‰ liegen. Aus diesem Grund
findet Riffbildung an Flußmündungen nicht statt, da durch
Süßwassereintrag der Salzgehalt stark variiert, der Sedimenteintrag
wirkt sich hier natürlich auch negativ aus.
Festzuhalten ist, daß sich die Faktoren Wassertemperatur und
Sedimentation auf die horizontale und der Faktor Licht auf die vertikale
Verbreitung von Riffen auswirkt.
Global nimmt die Fläche der Riffe nur ca. 0,2 % des gesamten
Meeresboden ein. Der Anteil in den tropischen Flachgewässern beträgt
jedoch bis zu 15 % (vgl. KOCH u. BRÜMMER 1996).
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