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6.1 RifftypenNach den Kriterien Form und Lage unterscheidet man vier
Haupttypen:
1. Das Saumriff
♠ Es
entsteht unmittelbar an der Küste
♠ Es
wächst von der Niedrigwassergrenze seewärts
♠ Die
Oberfläche bleibt stets dicht unter der Wasseroberfläche
♠ Das
Gefälle des Meeresbodens begrenzt die Ausdehnung des Riffs
⇒ es entstehen Riffe, die oft viele Kilometer
lang, aber nur selten mehr als hundert Meter breit sind
2. Das
Barriereriff
♠ Es
liegt weit vor der Küste und ist auch dort entstanden
♠ Bedingung
für die Entstehung ist eine langsame Senkung des Untergrundes oder eine
Hebung des Meeresspiegels
♠ Sie
kommen aufgrund dieser nötigen geologischen Vorgänge über einen
langen Zeitraum hinweg seltener vor als Saumriffe
♠ Das
bekannteste Beispiel ist das Große Barriereriff vor der Ostküste
Australiens
3. Das Plattformriff
♠ Entstehung
ist nicht an Landmassen gebunden
♠ Es
ist allseits von tiefem Wasser umgeben und breitet sich nach allen Seiten
aus
♠ Im
erodierten Zustand spricht man vom Pseudoatoll, da es nur schwer von richtigen
Atollen zu unterscheiden ist
4. Atoll
♠ Ein
ringförmiges Korallenriff, das eine Lagune umgibt
♠ Die
Lagune besitzt mindestens eine Verbindung zum offenen Meer
♠ Bekannte
Atolle liegen in der Südsee und bei den Malediven
(vgl.
KOCH u. BRÜMMER 1996)
6.2 Baumeister der RiffeKorallen gehören zum Stamm der Nesseltiere. Alle Vertreter der
Nesseltiere gehen auf die Stammform Polyp zurück. Stark vereinfacht und
biologische Details vernachlässigend ist der Polyp als sackähnlicher
Organismus zu beschreiben, der mit einer Fußscheibe festsitzt und am
oberen Ende eine von Tentakeln umgebene Öffnung besitzt, die sowohl Mund
als auch After ist. (Quallen sind eigentlich nichts anderes als freischwimmende,
umgekehrte Polypen.) Die zur Klasse der Blumentiere gehörenden Korallen
pflanzen sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich fort. Im
Augenblick sind etwa 2.500 Arten Korallen bekannt, etwa 1.000 davon gehören
zu den riffbildenden Steinkorallen. Die Polypen der Korallen leben in Symbiose
mit einzelligen Algen (Zooxanthellen). Die Koralle beherbergt die Algen und
stellt ihnen für die Photosynthese Stoffwechselprodukte wie
CO2, Stickstoff- und Phosphatverbindungen zur
Verfügung. Die Koralle benötigt den dabei entstehenden Sauerstoff zum
Atmen und erhält zu dem noch weitere Stoffe wie Zucker und Aminosäuren
von den Algen.
Im Meerwasser sind die zur Kalkbildung benötigten Stoffe Calcium-Ionen
und Kohlendioxid reichlich vorhanden, reagieren aber nur selten zusammen zu
Calciumcarbonat. Entzieht man nun Teile des CO2, so
verändert sich das Verhältnis und es kann mehr Kalk entstehen. Die
Zooxanthellen dienen nun als solche CO2-Pumpen.
Die Kalkbildungsrate nimmt dementsprechend in der Nacht ab. Das
Höhenwachstum eines Riffs ist bei ca. 0,5-3 cm pro Jahr anzusiedeln. Man
schätzt heute, daß für eine Riffhöhe von 50 Metern eine
Bauzeit von 1800 Jahren erforderlich ist (KOCH u. BRÜMMER 1996).
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