Title:

Inseltourismus und seine Auswirkungen auf Boden und Relief

Home
deutsch
  
ISBN: 3770157729   ISBN: 3770157729   ISBN: 3770157729   ISBN: 3770157729 
 
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>|
  Wir empfehlen:       
 

 

6.5 Riffkiller Tourismus

Der Tourismus zieht Schädigungen der Riffe auf unterschiedlichste Weisen nach sich:

Da ist z.B. das Sammeln von Souvenirs und zwar logischerweise sowohl der Korallen selber als auch anderer Rifftiere. Als Beispiel für den Eingriff des Souvenirsammelns in das Ökosystem mag die Dornenkrone dienen. Die Dornenkrone ist ein Seestern, der sich von Korallenpolypen ernährt. Der natürliche Feind der Dornenkrone, das Tritonshorn, ist eine (schöne) Schnecke, so schön, daß sie in großen Mengen gefangen und an Touristen verkauft wird. Das Dezimieren dieser Schnecke hat zur Folge, daß sich die Dornenkrone ungestört vermehren kann. Damit einhergehend wuchs die Belastung für die Riffe. Menschlicherweise wird die Dornenkrone nun mit Gift bekämpft, weder wissend welchen anderen Organismen dadurch geschadet wird, noch welche Funktion der Dornenkrone zukommt (vgl. KOCH u. BRÜMMER 1996).

Steigende Besucherzahlen und die damit verbundenen Aktivitäten implizieren ebenfalls verschiedene Probleme. Die beliebten Riffwanderungen führen dazu, daß in manchen Fällen die Riffe fast komplett totgetreten wurden. Auch Schnorcheln und Tauchen schädigt die Riffe, wenn dies wie oft, unsachgemäß durchgeführt wird. Zerstörend wirkt sich auch das Ankern der Schiffe und Boote aus (vgl. KOCH u. BRÜMMER 1996).

Durch Tourismus produzierte Abfälle und Abwässer führen zur Eutrophierung und übermäßigen Algenwuchs. Die Algen bedecken die Korallen und nehmen ihnen die Lebensgrundlage (vgl. KOCH u. BRÜMMER 1996).

Der Tourismus erfordert das Ausbauen der gesamten Infrastruktur um neue Kapazitäten zu schaffen. Dies schädigt die Riffe in zweierlei Hinsicht. Gerade auf Inseln sind Baustoffe wie Beton oft knapp und somit sehr teuer (vgl. BRAUER 1989, S. 152). Korallenkalk und Küstensand dienen hier oft als vermeintlich günstige Substitute. Aber Bautätigkeiten schaden nicht nur durch die Direktentnahme. Das Bauen von Küstenstraßen und das Ausschwemmen von Waldrodungsgebieten führen zu erhöhter Sedimentation, deren Folgen ja bereits beschrieben wurden. Hauptabnehmer der Korallenindustrie ist in erster Linie die Bauindustrie, aber auch andere Zweige wie Düngemittel-, Keramik-, Zement-, und Nahrungsmittelindustrie sind auf der Kundenliste vertreten. Die Größenordnung der Korallenentnahme an der Küste von Hikkaduwa, Sri Lanka lag, nach Uthoff 1985 bei 10.000 t, anderen Quellen zufolge sind es sogar 75.000 t. Die Rückverlegung der Küste um 300 Meter, in einem leider nicht näher bezifferten Zeitraum wird diesem Raubbau angerechnet (vgl. HARRISON 1996, S. 100).

Auf Initiative von R. Ginsburg, Miami, erklärten die Vereinigten Nationen das Jahr 1997 zum Internationalen Jahr des Riffs (IYOR). Die vielschichtigen Bedrohungen der Riffe durch den Tourismus spiegeln sich auch in dem vom IYOR-Komitee empfohlenen Verhalten am Urlaubsort wieder:
Kaufen sie keine Muscheln, Schnecken, Korallen oder andere Meerestiere als Souvenirs, weder in Riffregionen noch hierzulande.
Informieren sie sich und diskutieren sie die Problematik auch mit anderen.
Vermeiden sie übermäßigen Wasserverbrauch beim Urlaub in Wüstenregionen, wie z.B. am Roten Meer (bestehen sie darauf, Handtücher und Bettwäsche nicht täglich gewechselt zu bekommen).
Sprechen sie Hotelmanager und Reiseveranstalter auf die Wichtigkeit des Riffschutzes an und stellen sie klar, daß geschädigte Riffe für sie uninteressant sind.
Gehen sie zu geführten Tauchgängen. Fragen sie vor der Abfahrt, wie das Abwasser entsorgt wird, ob Ankerbojen vorhanden sind und ob daran festgemacht wird.
Vermeiden sie Beschädigungen der Korallen bei ihren eigenen Tauchgängen. Ziehen sie keine Handschuhe an und halten sie ausreichend Abstand zu den Korallen. Stellen sie sich nicht auf das Riff. Vermeiden sie, mit den Flossen Sediment aufzuwirbeln. Befestigen sie ihre Instrumente so, daß diese nicht über das Riff schleifen.
Beteiligen sie sich demonstrativ nicht an Fischfütterungen.
Nehmen sie auf keinen Fall Korallen oder andere Rifforganismen mit.
Nehmen sie Müll wieder mit nach Hause (vgl. LEINFELDER 1998).
  
DuMont Extra, Malta
von Katja Müller
Sonstige Artikel:
Kompetenztest Mathematik. Klasse 7/8. Arbeitsheft. Mittleres Niveau. Nordrhein-Westfalen
Preiser 28069 H0 Fotograf
von Preiser
Liturgik (Gruyter - de Gruyter Studienbücher) (De Gruyter Lehrbuch)
 
   
 
     
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>| 

Back to the topic sites:
SchoolLecture.com/Startseite/Gesellschaft/Kultur
StudyPaper.com/Startseite/Wissenschaft/Naturwissenschaften/Geowissenschaft/Umweltwissenschaften

External Links to this site are permitted without prior consent.
   
  Home  |  deutsch  |  Set bookmark  |  Send a friend a link  |  Copyright ©  |  Impressum