Bei der ersten Strategie spielt der Tourismus nur eine untergeordnete
Rolle. Seine Wirtschaftskraft als Finanzierungsmöglichkeit kommen bei
Strategie zwei und drei erheblich stärker zum tragen, bei der vierten ist
er ein entscheidender Stützpfeiler und bei Strategie fünf sind die
attraktiven wirtschaftlichen Aussichten des Tourismus sogar die treibende Kraft,
Naturschutz zu praktizieren.
Tourismus also als große Chance der Natur?
Daß dies möglich ist, zeigen heute einige, wenige Beispiele.
Fakt ist aber auch, daß in der überwältigenden Mehrzahl der
Fälle Naturschutz und Tourismus unvereinbare Bereiche zu sein
scheinen.
3. Tourismus - Die weiße Industrie?
Den Ruf, eine weiße Industrie zu sein, verdankt der Tourismus
der Tatsache, daß bei anderen Industrien zum Teil wesentlich
stärkere, und vor allem offensichtlichere ökologische Schäden mit
einhergehen. Gemeint ist damit zum Beispiel, daß das Einleiten von
Giftstoffen in den Boden per se als Umweltsünde gilt, das Bauen von
Straßen oder die Verrichtung der menschlichen Notdurft aber
selbstverständlich nicht. Dennoch können sich bei entsprechender
Häufung erhebliche ökologische Schäden daraus entwickeln.
Dementsprechend bleibt sowohl im privaten Denken als auch in der
öffentlichen Diskussion "der Problemzusammenhang von Freizeitverhalten und
Umweltbelastung weitgehend ausgeblendet" (Opaschowski 1991, S. 12).
Die sieben Umweltsünden in Freizeit und Tourismus:
Œ Landschaftsverschmutzung
Landschaftszersiedlung
Landschaftszerstörung
Luftverschmutzung
Pflanzengefährdung
‘ Tiergefährdung
’ Wasserverschmutzung
(vgl. OPASCHOWSKI 1991, S. 150)
Es ist nicht möglich diese sieben Punkte losgelöst voneinander zu
betrachten. Sie leiten sich voneinander ab und treten fast immer zusammen auf.
Der auslösende Faktor heißt zumeist schlicht und einfach: zuviel
Mensch.
4. Die Insel - Das prädestinierte Urlaubsziel
Daß Tourismus und Inseln an sich so gut zusammen passen liegt daran,
daß Inseln in der Regel ein großes touristisches Potential besitzen,
sich aber auf der anderen Seite wegen den speziellen, aus der Insellage
resultierenden Strukturmerkmalen, für andere Wirtschaftszweige zumeist
weniger eignen. Exemplarisch soll erst einmal die Situation des pazifischen
Inselraumes beleuchtet werden, um dann festzustellen ob und welche Merkmale sich
auch auf andere Inselräume übertragen lassen.
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